Die meisten Dartprofis haben die Doppel 16 oder die Doppel 20 als bevorzugtes Doppel. Aber warum eigentlich und warum kann es keine andere Zahl sein? Das klären wir in diesem Artikel.
Welches Doppel kommt als Lieblingsdoppel in Frage?
Schauen wir uns mal an, welche Zahlen überhaupt als Lieblingsdoppel infrage kommen. Grundsätzlich natürlich erstmal alle Doppel. Aber lass uns das der Reihe nach einmal aufdröseln.
Die erste Doppelzahl wäre die Doppel 20, die letzte die Doppel 1. Wenn wir uns aber anschauen, wie wir eigentlich spielen — von 501 runter — landen wir zwangsläufig irgendwann so zwischen 50 und 90 Punkten und müssen uns dann die Frage stellen: Was werfen wir jetzt, um uns ein Doppel zu stellen?
Das heißt, wir knallen dann nicht mehr stumpf auf die 20, sondern wir wollen gezielt treffen, um unser Lieblingsdoppel zu stellen.
Wenn jetzt unser Lieblingsdoppel die Doppel 1 wäre, dann würden wir an ganz schön vielen Zahlen vorbeikommen, die wir eigentlich schon checken könnten. Aufgrund unseres Geschmacks — weil wir die Doppel 1 mögen — checken wir sie aber nicht. Damit verschenken wir in der Regel viele Darts, weil wir mehr Darts zum Stellen brauchen als der Gegner, der vielleicht ein höheres Lieblingsdoppel hat.
Allein aus diesem Grund kommt ein niedriges Doppel schon nicht infrage, weil wir viel länger brauchen werden und tendenziell später auf ein Doppel werfen als der Gegner. Das heißt: Um früh checken zu können, sollten wir uns ein Doppel aussuchen, das nah an der Doppel 20 liegt.
Schauen wir uns also die Zahlen Doppel 20, Doppel 19, Doppel 18, Doppel 17 und Doppel 16 an.
Doppel 20
Die Doppel 20 schaut auf den ersten Blick gut aus. Es ist das höchste Doppel, also sind wir da wahrscheinlich am schnellsten, wenn wir uns ein Checkout stellen möchten. Die 20 kennen wir vom Scoring. Wenn ich dort drauf werfe und vielleicht verfehle, lande ich bei der Doppel 10 und kann weitermachen. Das sieht erstmal gut aus — die nehmen wir in die engere Auswahl.
Doppel 19
Gehen wir weiter mit der Doppel 19. Die sortieren wir direkt aus. Wenn wir dort vorbei werfen, haben wir eine ungerade Zahl und können nicht sofort weitermachen.
Auch die Nachbarn, die S7 oder S3, würden uns im Zweifel kein direktes Finish lassen. Je besser wir werfen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass wir ein benachbartes Single-Feld treffen. Als Anfänger oder für Ducksituationen ist das aber durchaus ein Argument, sich gegen ein Doppelfeld zu entscheiden.
Die Doppel 19 sortieren wir also aus. Das wird nicht unser Lieblingsdoppel.
Doppel 18
Doppel 18 kennen wir wahrscheinlich auch vom Scoring. Sieht erstmal gut aus: Wenn wir daneben werfen, können wir mit der Doppel 9 weitermachen. Hier lässt uns auch die S4 als ein direkter Nachbar noch ein weiteres Doppel. Das sieht erstmal gut aus. Die nehmen wir ebenfalls mit in unsere Auswahl.
Doppel 17
Doppel 17 ist das seltenst gecheckte Doppel. Auch hier landen wir bei einer ungeraden Zahl, wenn wir die Single treffen. Also ebenfalls nicht so gut — die sortieren wir aus.
Doppel 16
Bleibt noch die Doppel 16. Die sieht auch gut aus: Wenn wir daneben werfen und die Single treffen, haben wir Doppel 8 Rest. und können direkt weitermachen.
Detailanalyse
Schauen wir uns die drei verbleibenden Zahlen genauer an.
Doppel 20
Bei der Doppel 20 haben wir gesagt: Wenn wir daneben werfen, haben wir Doppel 10. Wenn wir da wieder daneben werfen, haben wir Doppel 5. Das ist schon ganz ordentlich — wir haben drei Doppel, die wir in einer Aufnahme nacheinander anwerfen können. Erst wenn wir im dritten Dart oder später einfache 5 treffen würden, könnten wir nicht sinnvoll weitermachen. Insgesamt also: Doppel 20 sieht gut aus.
Doppel 18
Bei der Doppel 18 können wir uns nur einen Fehlwurf in die Single erlauben. Treffen wir dort ein zweites Mal die Single, haben wir einen krummen Rest — Doppel 4,5 gibt es nicht. Deshalb rutscht sie in unserer Skala etwas nach unten.
Doppel 16
Die Doppel 16 hingegen sieht sehr gut aus. Wenn wir die Single treffen, haben wir Doppel 8. Danach Doppel 4, dann Doppel 2, dann Doppel 1. Wir können also eine schöne Treppe heruntergehen und haben immer noch ein spielbares Doppel. Und das ist am Ende auch der Grund, warum die Doppel 16 von den allermeisten Spielern als Favorit verwendet wird.
Wir haben außerdem eine gute Nachbarschaft. Wenn wir mal daneben werfen und die Single 8 treffen, können wir direkt mit der Doppel 12 weitermachen. Treffen wir höher die Doppel 8, können wir einfach draufbleiben. Die Höhe ist schon eingeworfen — wir müssen nur leicht korrigieren.
Fazit
Die Doppel 16 hat also sehr viele Vorteile. Die Doppel 20 ist ebenfalls eine gute Zahl. Auch die Doppel 18 wird oft von Profis gestellt — aber eben von Profis.
Robert Marijanović sagt zur Doppel 18 gerne, dass sich Hobbyspieler daran kein Beispiel nehmen sollten. Mittlerweile meint er aber auch: Macht’s ruhig — ihr werdet sehen, ihr landet auf der Doppel 9 oder Single 9 und ärgert euch.
Auch die Doppel 20 stellen sich viele, weil es das höchste Doppel ist und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, sich das schnell zu erspielen. Allerdings hat sie nicht ganz so eine gute Nachbarschaft wie die Doppel 16. Treffen wir die Single 5, stehen wir bei 35 — das ist nicht spielbar. Treffen wir die 1, bleiben 39 — ebenfalls ungünstig.
Selbst bei benachbarten Doppeln ist es nicht optimal: Treffen wir die Doppel 5, müssen wir auf Doppel 15 wechseln. Treffen wir Doppel 1, geht es auf Doppel 19 weiter. Kleine Nachteile im Vergleich zur Doppel 16, bei der wir dann mit Doppel 8 oder Doppel 9 weitermachen könnten — aber trotzdem ein schönes Doppel.
Genau das sind die Gründe, warum die Doppel 16 die beliebteste Zahl zum Stellen ist.
Ansonsten habe ich noch einen letzten Punkt, den ich nicht wirklich verifizieren kann: Oft hört man, dass die Doppel 16 Rechtshändern besser liegt. Linkshänder — wie zum Beispiel James Wade und Niels Zonneveld — stellen sich häufiger die Doppel 10 oder gehen auf Tops, weil sie danach auf der rechten Seite des Boards landen. Rechtshänder sollen eher nach links präferieren.
Ich bin Rechtshänder — mir ist es ziemlich egal. Ich finde auch die Doppel 10 ganz schön.
Warum nicht das Bulls Eye?
Das Bulls Eye ist flächenmäßig kleiner als die gewöhnlichen Doppelfelder. Zudem lässt uns ein Fehldart nur selten ein direktes Doppel im Anschluss. Selbst wenn wir gut auf die Mitte des Boards sind, landen wir oft im Single Bull und haben dann 25 Rest.
Das Bulls Eye ist nur ein Ausweichfeld zum Checken, wenn nichts Anderes möglich ist. Etwa, wenn wir bei 81 Rest über die S19, S12 bei 50 Rest landen.
